Das war das Jahr 2016!

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Das war das Jahr 2016!

Dezember 2016
Liebe Freunde und Unterstützer der Möwenweg-Stiftung,
wir möchten uns zum Jahresende noch einmal mit einem ausführlichen Bericht über das, was wir mit Ihren Spenden in Swasiland leisten konnten, bei Ihnen bedanken!
2016 war bisher unser schwierigstes Jahr. Durch die seit 2014 andauernde Dürre blieb die Ernte aus, zudem sah sich das World Food Programme (das Ernährungsprogramm der Vereinten Nationen) nicht zuletzt durch die wachsenden Flüchtlingslager überall auf der Welt nicht mehr in der Lage, Hand in Hand Swasiland wie in den vergangenen Jahren zu unterstützen: Im Juni ging unseren Neighbourhood Carepoints das Maismehl aus und die Arbeit drohte zusammenzubrechen, da die Kinder sich auf den Weg machten, um sich selbst irgendwo Essen zu beschaffen. Schon bei unserer Reise im April und Mai hatte nur ein einziger der von uns besuchten NCPs noch Maismehl für die Kinder. Als dann kurz nach unserer Rückkehr aus Swasiland der Hilferuf bei uns einging, die gesamte Arbeit (also auch die medizinische Betreuung, die HIV-Testungen) drohe zusammenzubrechen, da die NCPs leer stünden, waren wir darum vorbereitet. Durch viele spontane und zum Teil sehr anrührende Spenden konnten wir zunächst Maismehl für zwei Monate kaufen – und vor allem verteilen, in einem Land mit desolater Infrastruktur eine gewaltige logistische Leistung. Bis jetzt ist es gelungen, die Ernährung der Kinder aufrecht zu erhalten, und wir hoffen sehr, dass sich die Situation im kommenden Jahr, wenn wieder geerntet werden kann – inzwischen gab es starke Regenfälle – deutlich entspannt.
Vielleicht hätten wir diesen Brief nicht mit den Problemen beginnen sollen? Sie dürfen ja nicht überdecken, was 2016 alles an Positivem passiert ist! Die einhundert Wassertanks à fünftausend Liter, die wir mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit an unseren NCPs aufstellen konnten, erweisen sich jetzt, wo es endlich regnet, als Segen. Wir mussten sogar Schlösser anschaffen, da Wasserdiebstahl vorher ein großes Problem war – und so gut wir die Menschen verstehen können, die sich an den Tanks bedienen: Das Wasser ist für die Kinder und die kleinen Gemüsegärten gedacht, die die Betreuerinnen an den NCPs angelegt haben.
Im Mai konnten wir an der frühpädagogischen Fortbildung teilnehmen, die wir dank einer großzügigen Spende 2016 zum zweiten Mal für etwa 150 Betreuerinnen (von ca. 700) anbieten konnten. Dazu mussten die Frauen aus ihren Dörfern per Sammeltaxi in die Distrikthauptstadt Nhlangano gebracht werden, wo sie in einem Farmers` Training Center untergebracht und verpflegt wurden. Drei Referentinnen des Bildungsministeriums Swasiland arbeiteten mit ihnen, und erst dabei ist uns wirklich bewusst geworden, wie sehr an unseren Neighbourhood Carepoints (Bildungs)Spielzeug (Puzzle, Bausteine, Puppen, Autos, Bälle…) fehlt, eine Selbstverständlichkeit in jeder deutschen Kita: Bisher gibt es an den NCPs bis auf Tische, Stühle und Bildungsplakate an den Wänden – nichts. Nach Rücksprache mit den Referentinnen haben wir Kostenvoranschläge eingeholt – mussten dann aber die geplanten Anschaffungen zurückstellen, da wir die dafür vorgesehenen Mittel für Lebensmittel brauchten. Auch hier hoffen wir auf das kommende Jahr.
Denn dass die NCPs „unseren“ ca. 4000 Kindern nicht nur Nahrung und Betreuung bieten, sondern auch ihre Startchancen in der Schule deutlich erhöhen, zeigt sich daran, dass sie in der ersten Klasse weit überdurchschnittlich abschneiden – inzwischen ein Grund für viele arme Eltern, ihre Kinder an die NCPs zu schicken, so dass wir nicht mehr nur Waisen betreuen. Schon in der ersten Klasse findet der Grundschulunterricht auf Englisch statt (Muttersprache der Kinder ist siSwati), und wohlhabende Eltern schicken ihre Kinder daher auf Vorschulen. Auch an unseren NCPs lernen die Kinder die ersten englischen Wörter und Zahlen. Wir sind daher froh, dass wir die Bildungschancen gerade für Kinder armer Eltern verbessern können – auch wenn die Zahl der Kinder an einigen NCPs dadurch geradezu explodiert ist! Wir glauben fest, dass Bildung der Schlüssel zum Ausstieg aus Armut und Abhängigkeit ist, und werden daher unsere Anstrengungen auf diesem Gebiet noch steigern.
Sehr dankbar sind wir auch für die langjährige Zusammenarbeit mit dem Rotary Club der Hauptstadt Mbabane. Über sogenannte Global Grants konnte im vergangenen Jahr ein weiteres Ambulanzfahrzeug angeschafft werden (die HIV-Testungen werden immer besser angenommen und ca. 10% der Getesteten erweisen sich durchschnittlich als positiv) und 2017 wird ein Einkommen schaffendes Projekt für mehrere hundert unserer ehrenamtlichen Betreuerinnen starten, das es ihnen erlaubt – wie das erfolgreiche Pilotprojekt an einigen NCPs gezeigt hat – auf eigenen Füßen zu stehen. Es geht um Hühnerzucht, Milchviehhaltung, Anschaffung von Nähmaschinen, Ausgabe von Saatgut und Dünger und nicht zuletzt um grundlegende Kenntnisse der Buchführung. Für die Ehrenamtlichen ist das ein Dankeschön, das ihr Leben verändert. Wir haben in diesem Zusammenhang einmal mehr gesehen, wie wichtig es ist, die Grundstruktur unseres Projektes aufrecht zu erhalten: Alles andere hängt davon ab. Ohne aktive NCPs gäbe es nicht nur die Hilfe für die Kinder nicht, sondern auch keine medizinische Versorgung oder HIV-Testungen für die Dörfer und keine Unterstützung der Ehrenamtlichen beim Aufbau einer eigenen Existenz. Auch darum waren Ihre Spenden zur Aufrechterhaltung der Arbeit so unendlich wichtig!
Es gäbe noch viel zu berichten – aber in der Adventszeit haben Sie sicher auch noch anderes zu tun, als unseren ohnehin schon langen Weihnachtsbrief zu lesen. (Wir denken aber, dass Sie gerne in bisschen detaillierter Bescheid wissen wollten.) Wir danken Ihnen sehr, sehr herzlich! Ohne Sie gäbe es dieses Projekt nicht.
Wir wünschen Ihnen ein wunderbares Weihnachtsfest und uns allen in dieser weltweit so beunruhigenden Zeit ein friedliches 2017!
Frohe Weihnachten!

(Abschlussfeier November 2016 an einem NCP – „Graduation“ für die Kinder, die im kommenden Jahr in die Schule kommen)

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