Medizinischer Dienst reduziert wieder im Einsatz

IMG-20200615-WA0017(1)
Medizinischer Dienst reduziert wieder im Einsatz

Liebe Freunde und Unterstützer,

was hat sich seit unserer letzten Information an dieser Stelle bei unserem Projekt LITSEMBA verändert? Inzwischen steigen die Covid 19 Infektions-Zahlen in eSwatini rasant an, die Zahl der schweren Verläufe und Todesfälle ist aber bisher im Verhältnis zur Zahl der Infektionen erstaunlich niedrig. Vermutlich hat das mit der Altersstruktur im Land zu tun: Nur 15% der Menschen erreichen überhaupt ihren 45. Geburtstag. – An unseren 88 Neighbourhood Carepoints hat sich das System, das wir mit Beginn der Corona-Krise eingeführt haben, bewährt; täglich bekommen die ca. 3000 Kinder ihre warme Mahlzeit in zwei Schichten, an jedem Tag wird auch registriert, welche Kinder zu den Mahlzeiten gekommen sind, damit zur Not Infektionsketten nachverfolgt werden können.

Mit Beginn der Corona-Situation hatten wir sofort unseren ambulanten medizinischen Dienst eingestellt, weil wir aus jahrelanger Erfahrung bei unseren Aufenthalten im Land wussten: Wenn unser medizinisches Team an einen NCPs kommt, drängen sich da die Menschen, da die nächste staatliche „Clinic“ (so etwas wie einen Arztpraxis, in der Regel aber nur mit Krankenschwestern besetzt) zumeist weit entfernt und für die meisten Menschen nur zu Fuß zu erreichen ist. Hier wäre das Infektionsrisiko viel zu hoch gewesen.

Nun melden die ehrenamtlichen Betreuerinnen an den NCPs, dass den Kindern die medizinische Grundversorgung fehlt: Vitamingaben, regelmäßige Entwurmung, Impfungen. Viele Kinder entwickeln inzwischen Hautausschläge infolge der fehlenden Entwurmung. Wir werden also in den kommenden Tagen wieder mit einem reduzierten ambulanten medizinischen Dienst beginnen. Der Besuch unseres Teams wird allerdings nicht wie sonst vorher angekündigt, damit die Menschen aus der Community nicht zu den NCPs strömen; nur die Kinder werden versorgt. Noch nicht geklärt ist die Frage der Impfungen: Hierzu müssten die Kinder ihre medizinische Karte mitbringen – und sobald sie dazu aufgefordert würden, wäre in der Community bekannt, dass das Team erwartet wird, und auch die Erwachsenen würden kommen. Vermutlich werden wir also auf Impfungen (Polio, Masern, Diphterie, Tetanus…) vorerst weiterhin verzichten müssen und nur Entwurmungstabletten und Vitamine geben können.

Außerdem wurden unsere NCPs in der letzten Zeit mit warmer Winterkleidung versorgt (siehe Foto. Es ist gerade sehr kalt in eSwatini – morgens um 9.00 in der letzten Woche zwischen 2° und 8°.) Viele der Ehrenamtlichen haben sich dafür bei uns bedankt.  Und wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen, dass Sie uns in dieser so unübersichtlichen und beunruhigenden Zeit weiter mit Ihren Spenden zur Seite stehen! Ohne Ihre Hilfe könnte es das ganze Projekt LITSEMBA nicht geben.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*