Newsletter Oktober 2020

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Newsletter Oktober 2020

Liebe Freunde und Unterstützer der Möwenweg-Stiftung,

ein herzliches Willkommen allen, die in diesem Jahr auf uns aufmerksam geworden sind, und SANIBONANI all denen, die uns schon länger begleiten. Einen riesengroßen Dank für Ihre und eure Unterstützung – besonders in den vergangenen schwierigen Monaten! Wie es uns ergangen ist, worüber wir uns gefreut haben, und an welchen Herausforderungen wir aktuell arbeiten, davon berichten wir in diesem Newsletter.

Wir wünschen Ihnen und euch viel Freude bei der Lektüre und vor allem Gesundheit! Was sonst oft so selbstverständlich dahingesagt ist, hat ja in diesen Monaten eine ganz besondere Bedeutung.

Herzliche Grüße aus der Möwenweg-Stiftung! Kirsten Boie & Gerhard Grotz

Nahrungsmittelversorgung im Projekt LITSEMBA

Nur wenige Wochen nach unserem letzten Aufenthalt in eSwatini im Februar war die Situation dort, wie auch in Deutschland, durch COVID-19 vollkommen verändert. Sobald hier die ersten Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus getroffen wurden, telefonierten wir mit den Mitarbeiter*innen und dem Vorstandsvorsitzenden unseres Projekts LITSEMBA. Wir beschlossen gemeinsam, sofort die ambulante medizinische Betreuung der Neighbourhood Carepoints (NCPs) durch unsere Krankenschwestern einzustellen. Das klingt grotesk: Aber aus langjähriger Erfahrung wissen wir, wie sehr sich bei deren Besuch an einem NCP die Menschen dort drängen. Ein perfektes Infektions-Szenario.

Die NCPs dagegen konnten nicht einfach geschlossen werden, da die Mahlzeit dort für viele der LITSEMBA-Kinder die einzige des Tages ist. Die pädagogische Betreuung an den NCPs wurde also ebenfalls eingestellt, die Versorgung mit Nahrungsmitteln aber sollte weiterhin möglich sein. Seitdem kommen die Kinder nur noch zu den Mahlzeiten an die NCPs und sind in Schichten eingeteilt, damit nicht zu viele Kinder gleichzeitig vor Ort sind. Unmittelbar nach diesen ersten Vorsorgemaßnahmen kam dann die Nachricht, dass das World Food Programme, das bis einschließlich April die NCPs mit Lebensmitteln versorgt hatte, diese Unterstützung ab Mai einstellen würde… Durch Ihre und Eure großartige und schnelle Unterstützung mit Spenden gelang es uns binnen kürzester Zeit, Mittel für die Versorgung aller etwa 3000 Kinder an den 88 NCPs des Projekts LITSEMBA für die Monate Mai und Juni sicherzustellen. Ab August übernahm dann die Kindernothilfe diese Aufgabe. Wir sind dafür sehr, sehr dankbar! Spätestens ab Ende Oktober allerdings ist die Nahrungsmittelversorgung erneut nicht mehr gesichert. Deshalb bitten wir heute um Ihre und Eure Unterstützung! Jeder Beitrag hilft – jede Idee, um Spenden zu sammeln ist willkommen.

Einkommen schaffende Maßnahmen im Projekt LITSEMBA

Die gute Nachricht: Bisher konnten wir vermeiden Mitarbeiter*innen zu entlassen – sie alle versorgen Familien, zum Teil sind sie aus der Hauptstadt extra nach Nhlangano gezogen, um für das Projekt arbeiten zu können. In den vergangenen Monaten waren sie täglich an den NCPs unterwegs, um die Ehrenamtlichen über COVID-19 und die Schutzmaßnahmen dagegen zu informieren. Das ist deshalb so wichtig, weil die Informationswege in Shiselweni nicht so einfach sind wie bei uns: Wer keinen Strom hat, hat auch kein Fernsehen oder Radio und Zeitungen werden kaum gelesen. Zwar haben die meisten unserer Caregivers ein Handy, aber in der Regel nur nicht-internetfähige sogenannte „dumb phones“. Wie also sollten gesicherte Informationen zu Corona zu ihnen kommen? Durch den Einsatz der LITSEMBA-Mitarbeiter*innen konnten die Ehrenamtlichen die Hinweise gleich in ihren Communities verbreiten. Auch Seife wurde verteilt, und in einem nächsten Schritt Masken: Hier bewährt sich einmal mehr die Vielseitigkeit und durchdachte Struktur von LITSEMBA. Zu den Einkommen schaffenden Maßnahmen für die Caregivers zählen Nähprojekte. Diese Frauen nähen jetzt Schutzmasken, die im Land fehlen, und versorgen damit nicht nur unsere NCPs, sondern stocken so ihr Einkommen auf.

Medizinische Versorgung im Projekt LITSEMBA

Inzwischen besucht auch unser medizinisches Team die NCPs wieder zur Zeit der Mahlzeiten, um Vitamine und Entwurmungstabletten zu verteilen und nach den Kindern zu sehen, die in den letzten Monaten vermehrt Hautkrankheiten entwickelt hatten. Die Besuche werden vorher nicht angekündigt, so dass sich außer Kindern und Caregivers niemand an den NCPs aufhält.

 Sehr gerührt hat uns, dass die drei Bildungsverantwortlichen weiterhin die Caregivers in kleinen Gruppen an ihren NCPs schulen; außerdem haben sie Materialien für zuhause erstellt, die den Kindern bei den Mahlzeiten mitgegeben werden.

Wasser & Brillen für das Projekt LITSEMBA

Doch viele unserer Pläne mussten wir erst einmal auf Eis legen. In eSwatini steigt die Zahl der Infektionen stark an. Auch zwei Kinder an einem NCP waren infiziert – zum Glück, ohne das Virus weiterzugeben. Vorschriften und Verordnungen im Land verändern sich beinahe täglich, und im regelmäßigen Telefonaustausch mit unseren Mitarbeiter*innen besprechen wir die jeweils nächsten Schritte. Wir fahren zurzeit auf Sicht – und vermuten, dass das auch noch eine ganze Weile so weitergehen muss.

Dabei waren wir gerade so optimistisch: Unsere Überlegungen zum Thema Wasser mit dem Ziel einen Brunnen für jeden NCP zu realisieren, waren nach unserem letzten Aufenthalt sehr viel konkreter geworden, und durch eine sehr große Einzelspende speziell für diesen Zweck wären wir sogar finanziell in der Lage, mit den ersten beiden Brunnen zu beginnen. Was uns ausbremst: COVID-19.

Und auch bei unserem Brillenprojekt stehen wir in den Startlöchern: Wir haben an unseren NCPs niemals einen einzigen Menschen mit Brille gesehen. Die weltweit            operierende Organisation „EinDollarBrille“ ist bereit, mit uns zusammenzuarbeiten. Das würde Sehtests und Brillen nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Erwachsenen ihrer Communities bedeuten und wäre für die gesamte Region Shiselweni eine unglaubliche, bisher ungekannte Chance. Auch hier: COVID-19 stoppt uns.

Ein DANK an Children for a better world

Besonders gefreut haben wir uns über eine Spende des Vereins „Children for a better World“. Dort entscheidet ein Kinderbeirat darüber, wem Spendenmittel zugesprochen werden sollen – und wofür. Beinahe 1.000 Euro stellten die Kinder LITSEMBA nun zur Verfügung, damit Puppen für die NCPs gekauft werden können! Offenbar hatte den Kinderbeirat besonders erschreckt, dass es zwar Essen, Bildung und Betreuung, aber überhaupt kein Spielzeug gibt. Die Puppen zumindest werden sicher auch unter Corona-Bedingungen die NCPs erreichen!

5 Jahre Möwenweg-Stiftung am 26. November 2020

Wir sind mitten in der Planung, wie wir das 5jährige Jubiläum der Möwenweg-Stiftung live und digital gemeinsam feiern können. Unsere Idee: In einer Zoom-Konferenz gemeinsam mit unseren swati Mitarbeiter*innen ins Gespräch kommen und Fragen stellen. Wäre das interessant? Dann freuen wir uns über eine E-Mail an Nicole Hartmann: assistenz@moewenweg-stiftung.de

Jetzt auch auf Facebook & Instagram

Und last but not least: Seit Oktober sind wir auch auf Facebook und Instagram zu finden. Wir freuen uns auf neue Freunde und Follower!

@moewenwegstiftung

#möwenwegstiftung #projektlitsemba

 

 

 

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